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20.06.2014

Anfrage an EU-Kommission 

Sicherheitsrisiko durch Giftstoffe im Innenraum von Flugzeugkabinen

In diversen (Innenraum-)Messungen und Studien wurde eine Vielzahl von Giftstoffen in Flugzeugkabinen nachgewiesen. Lesen sie die vollständige Antwort von Herrn Kallas im Namen der Kommission (20.06.2014, DE E-005381/2014) auf meine Anfrage.

In diversen (Innenraum-)Messungen und Studien wurde eine Vielzahl von Giftstoffen in Flugzeugkabinen nachgewiesen (es wurde festgestellt, dass Nervengifte auch im Regelbetrieb, in niedrigen Dosen, in der Atemluft vorhanden sind (Cranfield Study, Studie Universität Oslo – Lockridge, Monro, Mulder, Abou-Donia).

1. Wie bewertet die Kommission, dass im Falle eines Vorfalls durch kontaminierte Kabinenluft (auch „Fume Events“) keine wirklichen Schutzmaßnahmen für die Fluggäste vorhanden sind und dass somit Passagiere, insbesondere Kinder, Ältere und Kranke von einer Vergiftungsfolge bedroht sind? Welche konkreten Maßnahmen hält die Kommission für umsetzbar, damit eine realistische Chance eines adäquaten Atemschutzes (ohne Kabinenluftgemisch) besteht?

2. Plant die Kommission ein durch unabhängige Kliniken durchgeführtes Biomonitoring von Flugpersonal oder/und Vielfliegern zur Erforschung der gesundheitlichen Risiken und Langzeitfolgen der nachweislich vorhandenen Giftstoffe? Wenn nein: Hält es die Kommission für unterstützenswert und förderungswürdig, ein Airline-unabhängiges Biomonitoring durchzuführen (hierzu liegt bereits ein Angebot der Universitätsklinik Göttingen vor), damit endlich unabhängige wissenschaftliche Daten vorliegen?

3. Ist die Kommission der Auffassung, dass Passagiere schon vor einem Flug über die Gefahren der kontaminierten Kabinenluft (gesundheitliche Risiken und Folgen durch die Giftstoffe) aufgeklärt werden sollten?

4. Wie bewertet die Kommission die zunehmend vorgebrachten Bedenken wegen der Auswirkungen kontaminierter Kabinenluft auf die Sicherheit des Flugbetriebs sowie auf die Gesundheit der Besatzungen und der Passagiere? Sieht die Kommission nicht die Gefahr, dass sie die berechtigten Sorgen der Betroffenen, insbesondere der Flugbegleiter und Piloten, ignoriert und sich der Gefahr aussetzt, Gesundheitsrisiken zu beschönigen?

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) erfasst anhand der aus unterschiedlichen Quellen vorliegenden Informationen Berichte über Vorfälle im Zusammenhang mit der Luftqualität in Flugzeugkabinen. Hierunter fallen beispielsweise Berichtssysteme, offizielle Untersuchungen von Vorfällen und Prüfungen der Flugzeug- und Motorenhersteller. Bislang liegen der Kommission und der EASA keine Hinweise darauf vor, dass die Kabinenluft in Flugzeugen ein Gesundheitsproblem darstellt.

Der Kommission sind allerdings die weltweit geführten Diskussionen über die Luftqualität in Flugzeugkabinen sowie die von der Frau Abgeordneten geäußerten Bedenken durchaus bekannt. Daher hat die Kommission auf Vorschlag der EASA im europäischen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (Horizont 2020) einen thematischen Bereich der Luftqualität in Flugzeugkabinen gewidmet. Im Rahmen dieser Forschungsarbeiten sind großmaßstäbliche Messungen während des Flugs mit dem Ziel vorgesehen, mehr Erkenntnisse über die Zusammensetzung und Bestandteile der Luft zu gewinnen, sowie die Entwicklung und Prüfung von Systemen zur Überwachung der Luftqualität und zur Eliminierung etwaiger Schadstoffe.