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01.04.2014

Anfrage an EU-Kommission 

Tierversuche in der EU - Alternativen endlich fördern

Wie unterstützt die EU den allgemeinen Ersatz von Tierversuchen durch andere Methoden? Lesen sie die vollständige Antwort von Herrn Tajani im Namen der Kommission (01.04.2014, DE E-000691/2014) auf meine Anfrage.

1.    Wie viele Alternativverfahren sind inzwischen EU-weit validiert, wie viele bereits im Arzneibuch aufgenommen?

2.    Wie unterstützt die EU den allgemeinen Ersatz von Tierversuchen durch andere Methoden, bzw. wie unterstützt die EU die Umsetzung des RRR-Prinzips bei Tierversuchen?

3.    Mit wie viel Euro werden konkrete wissenschaftliche Projekte zur Etablierung/Erforschung von Ersatz- und Refinementmethoden unterstützt?

1. Das EU-Referenz-Laboratorium für Alternativen zu Tierversuchen[1] hat rund 50 Testverfahren validiert, darunter auch Verfahren, die in externen Studien bewertet wurden[2]. Betroffen sind die toxikologischen Bereiche Hautreizungen/-ätzungen/-resorption/-penetration, Phototoxizität, Augenreizungen, schwere Augenschädigung, Hautsensibilisierungen, Genotoxizität, Kanzerogenität, Reproduktionstoxizität und akute orale Toxizität.  Viele dieser Verfahren wurden in EU-Rechtsvorschriften und internationalen Programmen aufgegriffen, etwa dem OECD Test Guideline Programme und dem Europäischen Arzneibuch[3] [4].

2. Die EU erließ 2010 die Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere[5]. Mit der Richtlinie, in der auch mehr Mittel für die Entwicklung, Validierung und Verwendung alternativer Verfahren vorgesehen sind, wird das RRR-Prinzip[6] für Tierversuche im EU-Recht gesetzlich verankert.

In der 2005 ins Leben gerufenen Europäischen Partnerschaft für Alternativen zu Tierversuchen[7] sind fünf Generaldirektionen[8] und Vertreter der Industrie aus sieben Branchen[9] vertreten. Die Vision der Partnerschaft ist es, das RRR-Prinzip stärker zu unterstützen, damit die regulatorischen Anforderungen durch eine bessere und stärker prädiktiv ausgerichtete Wissenschaft erfüllt werden können.

3. Im Rahmen des FP7 wurden rund 200 Mio. EUR für tierversuchsfreie Toxikologieprojekte bereitgestellt, hauptsächlich im Gesundheitsbereich. Sechs große Projekte wurden mit insgesamt 140 Mio. EUR durch europäische Verbände im Rahmen von öffentlich-privaten Partnerschaften[10] kofinanziert.

Das Arbeitsprogramm 2014–2015 für Horizont 2020[11] umfasst vier Bereiche zur prädiktiven Sicherheit. Für den Bereich Gesundheit ist im Arbeitsprogramm 2015 für den Bereich Gesundheit ein vorläufiges Budget von 30 Mio. EUR vorgesehen; er umfasst auch die tierversuchsfreie prädiktive Sicherheitsprüfung von chemischen Stoffen. Im Rahmen der erneuerten IMI-2-Partnerschaft können weitere Projekte im Zusammenhang mit tierversuchsfreien Sicherheitsbewertungen unterstützt werden.

[1] EURL ECVAM.

[2] http://ihcp.jrc.ec.europa.eu/our_labs/eurl-ecvam/eurl-ecvams-validation-process

[3] http://www.edqm.eu/en/Alternatives_to_Animal_Testing-1483.html?...

[4] http://www.edqm.eu/en/Achievements-of-the-PhEur-Commission-for-3Rs-1533.html

[5] ABl. L 276 vom 20.10.2010.

[6] Grundsatz der Vermeidung, Verminderung und Verbesserung.

[7] EPAA.

[8] ENTR, SANCO, ENV, RTD, JRC.

[9] Agrochemikalien, Tiergesundheit, Chemikalien, Kosmetika, Duftstoffe, Arzneimittel sowie Seifen und Detergentien.

[10] SEURAT und IMI

[11] Veröffentlicht im Dezember 2013.