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02.04.2009

 

Elektrosmog: EP schiebt neue Grenzwert-Festlegung auf die lange Bank

Das Europaparlament hat heute unterstrichen, dass für die elektromagnetische Strahlung das Vorsorgeprinzip gelten muss. Eine Vielzahl von Studien zeigen die Gesundheitsgefährdung durch Elektrosmog auf. Einige ermitteln sogar, dass die schädlichsten Wirkungen im niedrigsten Frequenzbereich auftreten können.
Zur heutigen Abstimmung des Europaparlaments zur Gesundheitsproblematik im Zusammenhang mit elektromagnetischen Feldern erklärt die Europaabgeordnete und Verbraucherschutzpolitikerin Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90/ Die Grünen):

Das Europaparlament hat heute unterstrichen, dass für die elektromagnetische Strahlung das Vorsorgeprinzip gelten muss. Eine Vielzahl von Studien zeigen die Gesundheitsgefährdung durch Elektrosmog auf. Einige ermitteln sogar, dass die schädlichsten Wirkungen im niedrigsten Frequenzbereich auftreten können. Besonders unterstützenswert ist daher die Forderung, dass die EU-Mitgliedsstaaten Elektrosensibilität wie in Schweden als Behinderung anerkennen, damit diese Menschen angemessen geschützt werden können.

Bedauerlicherweise ist das Europaparlament bei der Anwendung des Vorsorgeprinzips jedoch auf halber Strecke stehen geblieben: statt der klaren Forderung an den EU-Ministerrat, die 1999 für die EU-Staaten empfohlenen Grenzwerte zu verschärfen, konnten sich die Abgeordneten lediglich darauf einigen, dass ein wissenschaftlicher Ausschuss der EU-Kommission beurteilen soll, ob die Grenzwerte noch angemessen sind. Dies ist Augenwischerei, da der betroffene Ausschuss gerade erst eine Stellungnahme abgegeben hat, die die Schwelle für den Nachweis von Gesundheitsgefahren sehr hoch legt. Diese Methodik wird von anderen Wissenschaftlern angezweifelt. Es ist beschämend, dass das Europaparlament heute darin versagt hat, striktere Grenzwerte für Elektrosmog einzufordern.

Damit wird leider ein besseres europaweites Vorgehen gegen Elektrosmog auf die lange Bank geschoben. Es ist ein europapolitisches Armutszeugnis, dass die Bevölkerung in den EU-Mitgliedsstaaten unterschiedlich gut vor Strahlenbelastung durch Geräte und Funktechniken geschützt ist, die in allen EU-Ländern vertrieben und eingesetzt werden. Trotz des einheitlichen Binnenmarktes für Elektrogeräte gibt es weiterhin immens große Unterschiede beim Schutzniveau für die menschliche Gesundheit. Neun EU-Mitgliedsstaaten haben bereits strengere Belastungsgrenzen festgelegt. In Luxemburg ist der Wert 14 Mal so strikt wie in anderen Ländern.

Es bleibt zu hoffen, dass diejenigen EU-Staaten, die Vorreiter beim Strahlenschutz sind, mit einer Initiative im Rat die striktere Grenzwert-Festlegung auf die Agenda setzen.