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23.07.2008

 

EU-Verbot für Robbenfelle ist halbherzig

Im Grundsatz ist es zu begrüßen, dass die EU-Kommission nun endlich einen Gesetzesvorschlag vorgelegt hat für ein EU-Handelsverbot von Robbenfellen und -erzeugnissen. Das Europaparlament und auch Millionen besorgter Bürger fordern schon lange, durch ein umfassendes Verbot der barbarischen Praxis der Robbenjagd den Boden zu entziehen. Nach dem Handelsverbot für Hunde- und Katzenfelle ist dies ein weiterer wichtiger Baustein für den EU-Tierschutz.
Zur heutigen Vorstellung einer Verordnung zum Verbot des Handels mit Robbenfellen erklärt die Europaabgeordnete und Tierschutzpolitikerin Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90 / Die Grünen):

Im Grundsatz ist es zu begrüßen, dass die EU-Kommission nun endlich einen Gesetzesvorschlag vorgelegt hat für ein EU-Handelsverbot von Robbenfellen und -erzeugnissen. Das Europaparlament und auch Millionen besorgter Bürger fordern schon lange, durch ein umfassendes Verbot der barbarischen Praxis der Robbenjagd den Boden zu entziehen. Nach dem Handelsverbot für Hunde- und Katzenfelle ist dies ein weiterer wichtiger Baustein für den EU-Tierschutz. Kommerzielle Robbenjagd ist eine barbarische Praxis, die sich gegen junge, nur wenige Wochen alte Robben richtet. In den letzten Jahren wurde über 1,5 Millionen Robben wegen ihres Fells umgebracht, fast alle Tiere waren jünger als drei Monate. Allein dieses Jahr mussten schon über 200.000 Tiere sterben.

Allerdings hat die EU-Kommission einen halbherzigen Vorschlag gemacht. So sind Ausnahmen vom Verbot vorgesehen, wenn Garantien vorliegen, dass die Robbenjagdmethoden mit einem hohen Tierschutzniveau in Einklang stehen und den Tieren keine unnötigen Schmerzen bereitet werden. Diese Ausnahmen sind nicht im Sinne des Europaparlaments und der um den Tierschutz besorgter Bürger. Die EU-Kommission hat bedauerlicherweise das klare Verbot abgeschwächt. Ihr Vorschlag fällt auch hinter bereits bestehende Verbote in den EU-Mitgliedsstaaten zurück.

Die kommerzielle Robbenjagd ist immer grausam und mit Tierschutzprinzipien nicht zu vereinbaren. Außerdem wird das vorgesehene Zertifizierungssystem für "gutes Töten" in der Praxis scheitern, denn wie soll die Einhaltung guter Praktiken während der Jagd in riesengroßen Gebieten garantiert und kontrolliert werden?
Das Europaparlament wird diese Schlupflöcher im anstehenden Gesetzesverfahren schließen müssen.