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17.01.2008

 

Klonfleisch in Europa ist abzulehnen

Das Klonen von Tieren zu Nutzzwecken ist aus ethischen und tierschutzpolitischen Gründen strikt abzulehnen. Zwar mag es keine direkten gesundheitlichen Risiken für die Verbraucher geben, die Probleme der Tiergesundheit sind jedoch enorm.

Zur Entscheidung der US-Lebensmittelbehörde FDA und zum vorläufigen Gutachten der EU-Lebensmittelbehörde EFSA zu Klonfleisch erklärt die Europaabgeordnete und Verbraucherschutzpolitikerin Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90 / Die Grünen):

Das Klonen von Tieren zu Nutzzwecken ist aus ethischen und tierschutzpolitischen Gründen strikt abzulehnen. Zwar mag es keine direkten gesundheitlichen Risiken für die Verbraucher geben, die Probleme der Tiergesundheit sind jedoch enorm. Nur in maximal 5 Prozent der Fälle entstehen beim Tierklonen gesunde Tiere. Die Tiere leiden unter erheblichen Schmerzen und Krankheiten und die Sterblichkeitsraten sind höher ist als in der regulären Tierzucht. Außerdem dürfte die Zahl der Tierversuche ins unermessliche steigen. Dies widerspricht dem EU-Werteverständnis und dem Amsterdamer Vertrag, der die Einzigartigkeit von Tieren als "fühlende Wesen" unterstreicht.

Es wird noch viele Jahre dauern, bis Produkte geklonter Tiere auf dem Markt sind, da Klonierung ein aufwendiges und teures Verfahren ist. Die Entscheidung in den USA und das vorläufige grüne Licht der EFSA dürfen jedoch nicht unterschätzt werden, da es offensichtlich darum geht, Marktakzeptanz für Klonfleisch zu schaffen. Die Bundesregierung sollte sich bei der Prüfung des Klonfleisches nicht auf das EFSA-Gutachten berufen, sondern wie Frankreich eigene wissenschaftliche Untersuchungen durchführen und sich für ein EU-weites Verbot engagieren.

Mit dem Ja zum Klonfleisch würde durch die einseitige Leistungssteigerung der Tiere der falsche Weg in der Tierzucht zementiert. Auch der weitere Rückgang der biologischen Vielfalt wäre vorprogrammiert. Dies widerspricht dem Schutz der Biodiversität, den sich die EU auf die Fahnen geschrieben hat. Hinter dem Wettlauf um Tierklonen steckt das Interesse am Patentrecht. Es ist ethisch bedenklich und abzulehnen, wenn agroindustrielle Konzerne auf geklonte Tiere Patentrechte anmelden. Dies führt zu weiterer Monopolisierung in der Landwirtschaft.

Seit Jahren lehnen die europäischen Verbraucher mit großer Mehrheit genmanipulierte Lebensmittel ab. Gleiches ist auch für das Klonfleisch zu erwarten. Auch in den USA stößt das Klonfleisch auf große Vorbehalte. Falls das Fleisch auf den EU-Markt kommt, ist eine klare Kennzeichnungspflicht unabdingbar, damit tierische Klonprodukte nicht den Verbrauchern untergemogelt werden. In der Überarbeitung der EU-Regeln zu Neuartigen Lebensmitteln muss die EU-Kommission deshalb den Aspekten von Ethik und Tierschutz Rechnung tragen und ein klares Signal für Transparenz setzen.


Ein Interview mit Hiltrud Breyer im ZDF-Morgenmagazin zu diesem Thema finden Sie auf der Website des ZDF.