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25.07.2007

 

Gen-Kartoffel darf keine EU-Zulassung erhalten

Die von der EU-Kommission beabsichtigte Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora ist ein Bärendienst am europäischen Verbraucher. Es ist ein Unding, dass die EU-Kommission sich in eklatanter Weise über das Vorsorgeprinzip und gravierende Sicherheitsbedenken ihrer eigenen Agentur hinwegsetzen will. Offensichtlich soll der Gen-Kartoffel der Zugang zum europäischen Markt mit der Brechstange geebnet werden.

Zur von der EU-Kommission angekündigten Zulassung der Genkartoffel Amflora nach der Sommerpause erklärt die Europaabgeordnete und Verbraucherschutzpolitikerin Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90/ Die Grünen):

Die von der EU-Kommission beabsichtigte Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora ist ein Bärendienst am europäischen Verbraucher. Es ist ein Unding, dass die EU-Kommission sich in eklatanter Weise über das Vorsorgeprinzip und gravierende Sicherheitsbedenken ihrer eigenen Agentur hinwegsetzen will. Offensichtlich soll der Gen-Kartoffel der Zugang zum europäischen Markt mit der Brechstange geebnet werden. Es wäre das erste Mal seit 1998, dass ein GVO zum Anbau zugelassen werden würde. Die EU-Kommission versucht Sand in die Augen zu streuen wenn sie behauptet, die Kartoffel stelle kein Risiko dar. Es scheint, dass die Verbrauchersicherheit den Wirtschaftsinteressen untergeordnet werden soll. Mit einer parlamentarischen Dringlichkeitsanfrage ist die EU-Kommission aufgefordert, Farbe zu bekennen und Stellung zu beziehen zu den von ihrer eigenen Agentur geäußerten gravierenden Sicherheitsbedenken.

Amflora ist mit dem Antibiotika-Markergen nptII ausgestattet und resitent gegen die Antibiotika Kanamycin und Neomycin. Die EU-Arzneimittelbehörde EMEA hatte gewarnt, dass beide Antibiotika therapeutische Relevanz in der Human- und Veterinärmedizin haben und die Übertragung der Resistenz nicht ausgeschlossen ist. Es ist unverantwortlich, dass die EU-Kommission die Stellungnahme der EMEA unter den Tisch kehrt. Im Sinne des Vorsorgeprinzips darf die Kartoffel keine Zulassung erhalten. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch Vermischung mit konventionell oder biologisch angebauten Kartoffeln die Gen-Kartoffel auf dem Teller der Verbraucher landet.

Die überwältigende Mehrheit der europäischen Verbraucher lehnt gentechnisch-veränderte Produkte ab. Die Zulassung der Gen-Kartoffel wäre ein schwarzer Tag für den EU-Verbraucherschutz. Die EU-Kommission ist aufgefordert, ihre Rolle als Risikomanagerin ernst zu nehmen und der Gen-Kartoffel keine Zulassung zu erteilen.

Den Text der parlamentarischen Dringlichkeitsanfrage finden Sie hier.